Verborgene Magie. Alte Sagen.
Tiefe Gefühle.
In den Mainz-Chroniken erwachen Mythen und Sagen in der Gegenwart zu neuem Leben. Zwischen verwinkelten Gassen der Mainzer Altstadt, dem silbrig schimmernden Rhein, nebelverhangenen Wäldern und verwitterten Burgen verbirgt sich eine magische Welt, die nur darauf wartet, dass du sie betrittst.
Magiebann
Mainz-Chroniken 1
Jenni will nur eines: das Café in der Mainzer Altstadt retten, das ihr Zuhause geworden ist. Ein verzweifelter Diebstahl schleudert sie mitten in eine verborgene magische Welt und plötzlich steht weit mehr auf dem Spiel als bloß ihre Existenz. Als Riesen, Sirenen und alte Mächte Jagd auf sie machen, muss sie ausgerechnet bei dem Magier Schutz suchen, den sie bestohlen hat. Hagen.
Zwischen Jenni und Hagen entsteht eine sehnsüchtige, aber unmögliche Liebe. Denn je näher sie einander kommen, desto unausweichlicher wird die Erkenntnis, dass sie nicht zusammenbleiben können.
Magiebann verbindet Romantasy mit alten Sagen, einem starken Fantasyplot, vielschichtigen Figuren und einer berührenden Liebesgeschichte.
Wenn dir Tropes wichtig sind, findest du hier unter anderem:
Slow Burn
Protective Mage
Forced Proximity
Duty vs. Love
Found Family
Außerdem: romantische Spannung, gestohlene Küsse und eine explizite Liebesszene.
New-Adult Urban Romantasy
Band 1: Magiebann
Jenni & Hagen
Erscheint am 15. November 2026
Jenni und Hagen kämpfen gegen die Zeit, eine aufziehende Bedrohung und ihre Gefühle füreinander.
Band 2: Wolfsleid
Erscheint im Januar 2027
Der Klappentext enthält einen erheblichen Spoiler für Magiebann und erscheint erst, sobald Band 2 bei Amazon zum Vorverkauf steht.
Band 3: Drachentöter
Lea & Siegfried
Geplant für April 2027
Lea muss sich gegen schicksalhafte Mächte und ihre eigenen Grenzen behaupten oder untergehen.
Band 4: Erlkönigin
*Sophie & (Spoiler)*😉
Geplant für Sommer 2027
Band 5: Albentor
Geplant
Band 6: Albenkrone
Geplant
… schreibt am liebsten komplizierte Charaktere, die sich ausgerechnet in den Menschen verlieben, der alles in ihnen ins Wanken bringt. Ihre Geschichten handeln von Nähe, die Angst macht, von Sehnsucht, gegen die man sich vergeblich wehrt, von Vertrauen, das erst verdient werden muss, und von Liebe, die nicht alles heilt, indem sie alle Wunden verschwinden lässt, sondern indem zwei Menschen lernen, sie gemeinsam zu tragen.
Dabei sind Magie und Gefühle untrennbar miteinander verbunden. Flüche, Schwüre, gefährliche Gaben und alte Mächte stellen ihre Figuren immer wieder vor dieselbe Frage: Wie viel von sich selbst wagt man einem anderen Menschen zu geben?
Maya liebt Geschichten, in denen zwei Menschen einander herausfordern, verletzen, retten und zum Lachen bringen, bis aus Widerstand Vertrauen wird und aus Sehnsucht etwas, das keiner von beiden noch leugnen kann.
Leseprobe
Prolog
Ich wusste, dass mein neunzehnter Geburtstag ein schlimmer Tag werden würde, aber ich hätte niemals gedacht, dass er so endet.
Nur in Pullover und Leggings gekleidet klammere ich mich drei Stockwerke über dem Boden außen an die Brüstung eines Balkons. Es ist eiskalt. Auf der anderen Seite der Brüstung ragt ein Mann auf, der aussieht wie einer der steinernen Engel auf dem Nordfriedhof. Nur weniger friedvoll und mehr wütend.
Winterliches Mondlicht malt blasse Muster auf seine Stirn, über die ihm schwarze Locken bis in die Augen fallen.
Schön ist er. Wenn da nur nicht diese verzwickte Situation wäre …
Er packt mich am Kragen und ich darf aus der Nähe betrachten, wie Verwirrung und Zorn in seinen Engelszügen um die Vorherrschaft kämpfen. „Bist du ein Orakel?“
Ein was?
Ein Orakel bin ich sicher nicht, aber ich kann genau vorhersehen, was geschehen wird, wenn er begreift, dass ich ihn bestehle. Ich muss hier weg.
„Bitte lass mich gehen“, sage ich leise. Meine Stimme bebt vor Winterkälte und steigender Angst.
„Fass sie nicht an, Hagen“, schallt Wolfs Ruf zu uns hinauf. „Jenni, spring!“
Ich habe nicht vor, zu springen. Ich bin nicht lebensmüde. Ich werde klettern. Irgendwie.
Aber Hagen lässt mich nicht los. Stattdessen murmelt er etwas in einer Sprache, die vertraut klingt und doch keinen Sinn ergibt.
Ich überlege, ob ich mich tatsächlich fallen lassen soll, da sinkt Hagens Blick auf meinen Hals.
Seine Augen verfinstern sich und er zieht mich direkt vor sein Gesicht. „Du bist eine Diebin.“
Oh nein. „Nein, ich …“ Ich begehe bloß einen Diebstahl?
Mist. Anscheinend bin ich nicht nur eine Diebin, sondern auch eine Heuchlerin.
„Tut mir leid“, flüstere ich. „Ehrlich.“
Etwas schießt an meinem Gesicht vorbei und trifft Hagen an der Stirn.
Er wird zurückgeschleudert, lässt meinen Kragen los und ich greife verzweifelt ins Leere.
Nach einem abartigen, schwerelosen Moment falle ich.
Kapitel 1
Acht Stunden zuvor.
Ich streiche die Schürze über meiner schwarzen Café-Uniform glatt, kaue auf der Innenseite meiner Wange herum und starre auf die bunten Macarons.
„Also“, sage ich zu Faun.
Sie steht mir gegenüber in der Küche und teilt die vermutlich letzte Marzipantorte, die ich je für Liljana gebacken habe, in präzise Stücke.
„Also?“, fragt sie unter den Strähnen ihres grünen Haars hindurch. Mit einer Hand streift sie den Ärmel ihrer Uniform hoch, wodurch die Ränder ihrer Tätowierungen aufblitzen.
Ich atme ein. „Stell dir vor, in diesen Macarons wäre mehr Abführmittel als Mandeln. Würdest du sie Robert Flemming überreichen?“
Faun hält inne und ihre Augen werden groß. „Jenni. Planst du etwa süße Rachezüge?“
Ich lecke mir über die Lippen und lasse die Hand langsam zur Schachtel wandern. Eigentlich ist mir mein Plan ein wenig peinlich, aber gestern in einem Anflug von Trotz und Zorn habe ich diese Macarons gebacken und nun stehen sie hier, also … „Möglich?“
Faun hebt eine Braue. Mit ihrer schmalen Statur und dem Pixiegesicht könnte sie niedlich wirken, aber ich weiß, wie stark sie ist und dann ist da auch noch dieser gefährliche Glanz in ihren Augen.
„Ich sollte dich tadeln“, sagt sie, „und davon abhalten, aber …“ Ein Grinsen wächst über ihr Gesicht und sie zuckt mit den Schultern. „Ich will nicht.“
Erleichtert atme ich aus. „Gut.“ Doch mein kurzes Lächeln vergeht wieder. „Eigentlich hätte Flemming Schlimmeres verdient als diese Macarons.“
Faun rammt ihr Messer mit der Spitze ins Küchenbrett, wo es zitternd steckenbleibt. „Hat er.“
Ich beäuge das Messer. Manchmal ist Faun ein wenig … intensiv.
„Okay.“ Ein letztes Mal atme ich tief durch und nehme die Schachtel in die Hände. Beim Blick auf die Uhr durchfährt mich ein nervöses Kribbeln. Halb drei. „Er müsste jeden Moment hier sein.“
Faun verschränkt die Arme vor der Brust und hebt beide Brauen. „Lass dich nicht von ihm einschüchtern.“
Ich schlucke. „Okay.“
Damit drücke ich mit dem Rücken gegen die Schwingtür und betrete das Café.
Es ist, als tauche ich in eine andere Welt ein. Gedämpfte Gespräche und Gelächter hüllen mich ein, Kuchengabeln auf Porzellan und das Geräusch rückender Stühle. Es duftet nach Kaffee, Schokolade, Zimt, Vanille und Zitrone. Winterlicht fällt durch die hohen Fenster auf die kleinen Marmortische, an denen unsere Gäste sitzen wie Figuren in einem alten Film. Wie immer ist das Café voll, aber nicht laut.
Liljana bemerkt mich sofort. Sie beendet das Gespräch mit einer Stammkundin, schiebt eine weiße Strähne zurück in ihre Hochsteckfrisur und schreitet auf mich zu. Ihr weinrotes Kleid schwingt bei jedem Schritt und an ihren Ohren leuchten goldene Sterne.
Ein schmerzhaftes Ziehen entsteht in meiner Brust. Was werde ich nur ohne diesen Ort und Liljana machen? Sie waren mir für die letzten vier Jahre eine Zuflucht, mein Zuhause. Sie verlassen zu müssen, fühlt sich an, als würde ich erneut alles verlieren.
„Ich wünsche mir ein würdevolles Ende, Jenni“, sagt Liljana und legt mir federleicht die Hand auf die Schulter. Ihr Lächeln ist so warm wie dieses Café, ihre Haltung wie immer elegant. Selbst die feinen Falten in ihrem Gesicht geben ihr etwas Erhabenes.
„Oh“, bringe ich heraus. „Also …“
Mist. Das, was ich in den Händen halte, ist alles andere als würdevoll. Ich drehe mich zur Küche. Vielleicht sollte ich besser –
Doch bevor ich meine Fluchtpläne in die Tat umsetzen kann, schwingt die Tür des Cafés mit leisem Klingeln auf, eisige Luft fließt herein und mit ihr Robert Flemming.
Mit hochgezogenen Schultern drehe ich mich zurück.
„Frau Regener.“
Er spricht leise und dennoch wird es still im ganzen Café. Alle Blicke richten sich auf ihn.
Am liebsten würde ich zurück in die Küche verschwinden und mich hinter Faun und ihrem Messer verstecken, aber dann wäre Liljana alleine mit diesem Kerl und das kann ich ihr unter keinen Umständen antun.
Flemming watschelt auf sie zu. Auf den ersten Blick wirkt er unscheinbar, unterwürfig, lächerlich sogar, aber wer genauer hinsieht, erkennt das versteckte Ungeheuer.
Er trägt ein schwarz-weiß kariertes Flanellhemd, ein ausgewaschenes Shirt darunter und eine abgetragene Jeans. Sein Bauch ist mächtig und sein Schnurrbart übertrieben gepflegt und nahezu comichaft gezwirbelt. Mit der dickglasigen Brille darüber und dem schütteren Haar wirkt dieser Bart vollkommen deplatziert.
„Männliche Kuchenstücke gibt es hier“, verkündet er viel zu laut und tätschelt seinen Bauch. „Männliche Stücke. Nur die Toiletten sind etwas eng. Denken Sie nicht auch?“
Angespannte Stille folgt seinen Worten. Die meisten Leute fahren fort, ihre Kuchen mit gesenktem Blick zu essen.
Flemming sieht sich lächelnd um, als würde er nur darauf hoffen, dass jemand etwas erwidert. Mein Herz schlägt doppelt so schnell und Schweiß bricht mir aus. Dabei verstehe ich bis heute nicht, was an ihm mir solche Angst einjagt.
Liljana regt sich.
„Bleib hier“, zische ich.
Aber sie richtet sich auf und strafft die Schultern. „Lass es uns einfach hinter uns bringen“, sagt sie, umrundet die Theke und schreitet auf Flemming zu.
Ich folge ihr in einigem Abstand. Meine Knie sind weich und mein Atem geht viel zu schnell.
Flemming streckt ihr seine fleischigen Finger hin. „Aschermittwoch schicke ich meine Anwälte mit dem Vertrag zu Ihnen. Dann gehört der Laden endgültig mir.“
Zögernd ergreift sie seine Hand.
Mit einem Ruck zieht er Liljana so heftig zu sich, dass sie beinahe auf seinen Bauch prallt. „Es war von Anfang an klar“, raunt er ihr zu, „dass es so enden würde.“ Sein Blick streift zu mir. „Und nun bekomme ich endlich“, sagt er mit einem öligen Lächeln, „was mir zusteht.“
Liljana will zurückweichen, doch er hält sie fest und strahlt sie an. „Denken Sie nicht auch?“
Sie nickt hastig, doch er lässt sie noch immer nicht gehen, sondern drückt ihre Hand so fest in seiner Pranke, dass sie zusammenzuckt.
Wut schäumt in mir auf und bevor meine Angst sie wieder davonschwemmen kann, trete ich vor und dränge mich zwischen Flemming und Liljana.
„Eine Spezialität des Hauses“, sage ich und halte ihm die Schachtel vor die Nase. „Ein Geschenk.“
Er lässt Liljana los. Mit einem leisen Keuchen stolpert sie zurück und reibt sich die Hand.
Es ist unangenehm, Flemming so nahe zu sein, beinahe so, als würde er die Luft um sich herum verderben. Jemanden wie ihn sollte es in dieser Welt nicht geben und doch ragt er vor mir auf.
Ungläubig sieht er auf die Macarons hinab, schnaubt. „Süßigkeiten? Ich bevorzuge Gold.“
Mein Herz hämmert so sehr, dass ich kaum denken kann. „Die habe ich nur für Sie gebacken.“
Seine Augen hinter der dicken Brille werden schmal.
Ahnt er etwas? Bitte nicht.
Ein Muskel in seinem Gesicht zuckt. Zuerst denke ich, dass er mich ungehalten beiseiteschiebt, aber dann grabscht er doch in die Packung und steckt sich einen dunklen Macaron in den Mund.
Ich halte die Luft an.
Flemming kaut, schluckt.
Eine wütende Röte kriecht aus seinem Kragen.
Hastig stolpere ich einen Schritt zurück, doch er ist schneller.
Scharfer Schmerz explodiert in meiner rechten Wange. Ich werde zur Seite geschleudert, stolpere und kann mich gerade noch auf den Beinen halten.
Liljana schreit auf und packt mich an der Schulter.
Schockiertes Gemurmel und erschrockene Rufe branden auf. Weiter hinten im Café springen Horst und Berta auf die Beine und auch andere Gäste erheben sich.
Ich starre auf den Marmorboden.
Er hat mich tatsächlich geschlagen.
Vor allen Gästen.
„Wie können Sie nur?“, ruft Liljana, doch Flemming lacht bloß.
Langsam richte ich mich auf, eine Hand an meiner Wange, und blinzle gegen die aufsteigenden Tränen an. „Sie sind ein Tyrann.“
Zitternd warte ich auf den nächsten Ausbruch, doch Flemming sieht nur auf mich herab.
„Ich habe bekommen, was ich wollte“, sagt er, nahezu überrascht. Langsam öffnet und schließt er die Hand, mit der er mich geschlagen hat, und betrachtet sie, als habe sie ihm ein lang geschütztes Geheimnis enthüllt. „Jenni Wagner“, säuselt er vor sich hin und tätschelt seinen Bauch, als wolle er mich verspeisen. „Jenni Wagner.“
Mein voller Name aus seinem Mund klingt so unheimlich, dass ich einen Schritt zurückweiche.
Flemming legt den Kopf in den Nacken und lacht.
Warum kriecht mir dabei eine Gänsehaut über den Rücken?
„Du bist es also“, ruft er. „Ha.“ Seine Augen glänzen vor Gier und er betrachtet seine Hand, als hätte ihm der Schlag unermessliche Freude bereitet. „Wie konnte der Wolf mir das verheimlichen?“
Wovon zur Hölle redet er?
„Auf bald, Jenni“, sagt er mit einem Grinsen. „Frohes Schaffen noch“, ruft er in den Raum und schiebt sich mit einem Grinsen aus dem Café, als wäre nichts geschehen.
Ich starre ihm hinterher.
Mein Gesicht sticht und pocht.
Ist das gerade wirklich passiert?
„Zeig mal, Liebes.“ Liljana tastet nach meiner Wange, aber ich weiche zurück.
Alle sehen uns an. Manche Gäste wirken, als würden sie am liebsten das Café verlassen, andere sehen schockiert aus. Die leichte, fröhliche Atmosphäre ist dahin und das hat Liljana an ihrem letzten Tag wirklich nicht verdient.
Horst schiebt sich zwischen den Tischen hindurch, das Handy bereits in der Hand. „Wir holen die Polizei!“
„Nein“, rufe ich.
Ich will nicht noch mehr Aufmerksamkeit und wer weiß, was passiert, wenn die Beamten herausfinden, dass ich Flemming absichtlich Rizinusöl verabreicht habe? Am Ende wird noch eine Anklage daraus.
„Alles okay“, sage ich rasch. „Sah schlimmer aus, als es ist. Ich habe mich nur erschreckt.“
Ich greife Liljanas Hände, erzwinge ein schmerzhaftes Lächeln. „Bin gleich wieder da. Bleib bitte hier und kümmere dich um die Leute, okay?“
Fahrig bahne ich mir einen Weg durch die bleichen Gesichter der Gäste zurück in die Küche, stolpere an Faun vorbei bis zur Arbeitsplatte und halte mich daran fest.
Tränen schießen mir in die Augen. Ich atme gegen den Schmerz an, gegen die pulsierende Hitze in meinem Gesicht und die aufsteigende Übelkeit.
„Er hat mich geschlagen.“
„Jenni.“
Ein Kühlpack taucht in meinem Blickfeld auf.
Ich greife danach und halte es vorsichtig an meine Wange.
„Das wird er büßen.“
Verwundert sehe ich auf.
Fauns Gesicht ist scharf umrissen vor Zorn. „Diesmal hat er sich zu viel rausgenommen“, sagt sie düster. Etwas blitzt in ihrer Hand.
Ist das ein Messer?
„Faun, was –?“
„Tortenheber“, sagt sie rasch und steckt es weg.
Obwohl das Ding definitiv zu spitz und zu lang war für einen Tortenheber.
„Ich muss dringend etwas erledigen. Jenni.“ Sie legt eine Hand auf meinen Arm und sieht mir eindringlich in die Augen. „Bleib hier, hörst du?“
Vollkommen überfordert starre ich sie an. „Was redest du da? Wo sollte ich denn hingehen? Ich wohne hier und …“
Doch sie hat ihre Jacke schon vom Haken gerissen und die Hintertür geöffnet. „Warte unbedingt, bis ich zurück bin.“
Fassungslos sehe ich ihr nach. Unter dem Kühlpack hämmert meine Wange.
„Was ist hier nur los?“
Niemand antwortet mir. Ich stehe alleine mit meiner letzten Marzipantorte in der Küche und verstehe die Welt nicht mehr.
Am liebsten würde ich heulen, aber Liljana braucht mich.
Also eile ich nach oben in mein Zimmer, das sie mir seit vier Jahren vermietet, und zerre meine Schminksachen aus der Schublade.
Vor dem Spiegel ziehe ich scharf die Luft ein.
Meine Wange ist rot und leicht geschwollen. Ungläubig taste ich danach.
Es wird einiges an Make-up brauchen, um das bis heute Abend zu überdecken.
„Mist.“
Vorsichtig tupfe ich Concealer auf die gerötete Haut, tusche meine Wimpern stärker als sonst und trage sogar Lippenstift auf, damit der Blick nicht an meiner Wange hängenbleibt.
Dann öffne ich mein dunkles, schulterlanges Haar, damit es mir ins Gesicht fällt.
Gefasst atme ich aus und betrachte das Ergebnis.
Ich sehe gleichzeitig hübsch und erschüttert aus. Also schlucke ich eine Schmerztablette und ringe mir ein Lächeln ab.
So wird es gehen.
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